SV-OG Bad Wörishofen

Stand 13.03.2019
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Unterordnung, Fährten- u. Schutzhund-Arbeit

GEBRAUCHSHUNDEAUSBILDUNG

Die Ausbildung eines Gebrauchshundes ist eine Wissenschaft für sich. Eine fundierte und umfassende Anleitung würde viele Bücher füllen. Daher sollen nur einige kurze Anmerkungen gegeben werden, die das Verständnis für eine sinnvolle Ausbildung fördern können.

Über Hundeplätze und die Arbeit dort kursieren die tollsten Gerüchte. Wahr ist, dass der Hundeplatz der Ort sein muss, auf den sich unser Hund freut. Angst frisst Seele… auch die des Hundes, und blockiert zudem die Lernfähigkeit. Auf dem Hundeplatz soll der Hund Spaß an der Arbeit haben. Wird er einmal zurecht gewiesen, muss danach sofort wieder die positive Verstärkung, die Motivation, das Lob kommen. Wir sehen, zwischen der Erziehung des Menschen und der des Hundes gibt es Parallelen. Und es sind mehr Gemeinsamkeiten, als wir gemeinhin wahrhaben wollen. Der Hundeplatz ist der Ort, wo der Hund die Grundlagen seiner Erziehung und Ausbildung erfährt. Das beinhaltet das Ansprechen seiner Triebe, aber auch das Blockieren unerwünschter Verhaltensweisen und damit Zwang. Auf eine Strafe müssen drei lobende Einwirkungen folgen,- damit ihr Hund die Lust nicht verliert. Nach der Arbeit wird gespielt, und zwar auch auf dem Hundeplatz. Wenn Sie diese einfachen Prinzipien beherzigen, wird sich Ihr Hund auf die Arbeit stets freuen. Seine Erfolgserlebnisse sind auch Ihre!

Allgemeines

Die Ausbildung zum Fährten- bzw. Schutzhund im Sportbereich beginnt bereits im Welpenalter, aber auch Späteinsteiger können mit Geduld ihre Ziele noch erreichen. Spiel-, Beute- und Arbeitstrieb sind die Fähigkeiten die es gilt, mit viel Geduld, Ausdauer und Verständnis in die richtigen Bahnen zu lenken, um letztendlich das angestrebte Ausbildungsziel zu erreichen.

Die OG-Bad Wörishofen bildet Begleit-, Fährten- und Schutzhunde aus. Egal für welche Sparte man sich entscheidet bzw. für welche sich der Hund auch eignet… alle Prüfungen verlangen von den Hunden Leistungen, die nur bei regelmäßigem körperlichen Training erbracht werden können. Da der Besitzer all dies auch mitmachen muss, kann man auch hier durchaus von einer anstrengenden sportlichen Betätigung reden, die nicht unterschätzt werden sollte.

Die Prüfungen werden von den einzelnen Ortsgruppen organisiert und von SV-Leistungsrichtern abgenommen. Sie beurteilen zudem bei jeder Prüfung nicht nur das angestrebte Ausbildungsziel, was in der Prüfungsordnung festgelegt ist, sondern auch das Wesen des Hundes.

Fährtenhunde

Die Fährtenarbeit stellt eine für den Hund sehr natürliche und argerechte Beschäftigung dar. Jedem Hund liegt das Aufsuchen und Halten von verschiedenen Spuren im Blut. Bei der Fährtenhundeausbildung nutzt man diese angeborene Verhaltensweise zielgerecht aus. Die Fährtenhundprüfung gibt es in zwei Stufen: FH1 und FH2, Mindestalter für FH1 ist 18 Monate. Es handelt sich dabei um Fremdfährten von bis zu 2,5 km Länge und einer Liegezeit von drei Stunden, bevor der Hund diese intensive Suche beginnen darf. Je nach Stufe sind bis zu 7 verschiedene Winkel, mehrere Verleitungsfährten abzusuchen und bis zu 7 Gegenständen aufzuspüren und sicher zu verweisen. Auch sind über die gesamte Fährtenlänge verschiedene Bodenuntergründe (Wiese, Acker, Saat) vorgeschrieben, die dem Hund das Suchen nicht ganz einfach machen. Die Fährtenhundeausbildung ist eine sehr zeitaufwendige, aber dafür sehr befriedigende Arbeit für den Hund, die konditionell nicht unterschätzt werden darf. Bei einer intensiv ausgearbeiteten Fährte, sei es nun beim Üben oder bei einer Prüfung, steigt die Körpertemperatur des Hundes um 1-1,5 Grad Celsius an, was sehr leicht zu Kreislaufproblemen führen kann. Nur ein absolut gesunder und konditionell sehr trainierter Hund kann diese Prüfung bestehen. Für die FH1 und FH2 können max. 100 Punkte erzielt werden. Bei dementsprechenden guten Qualifikationsprüfungen kann man sich für die Landesgruppenmeisterschaft, die Bayerische Fährtenhund-, bzw. Deutsche Fährtenhundmeisterschaft qualifizieren.

Schutzhunde

Die Schutzhundeausbildung (SchH) ist eine Ausbildung bei der eine große Vielseitigkeit seitens des Hundes abverlangt wird. In manchen Vereinen wird herzu auch der Begriff Vielseitigkeitsprüfung (VPG) verwendet. SchH und VPG ist das Gleiche und unterliegt auch hier der anerkannten Prüfungsordnung des VDH. Die Ausbildung erfolgt in den Abteilungen A – Fährtenarbeit, Abteilung B – Unterordnung und Abteilung C – Schutzdienst. Die Prüfungen gibt es in drei Stufen: SchH1 – SchH2 und SchH3. Die SchH3-Prüfung ist die höchst zu erreichende Prüfungsstufe, die z.B. auch bei einer Weltmeisterschaft verlangt wird. Vor der SchH3-Prüfung ist die Schutzhundprüfung 1+2 nachzuweisen, Mindestalter des Hundes bei SchH1 ist 18 Monate; es können pro Prüfung max. 300Punkte erzielt werden. Mit einer Punktezahl von 280Pkt. bei einer SchH3-Auswärtsprüfung zuzüglich einer Punktezahl von 286 Pkt. bei einer SchH3-Heimprüfung, kann man sich für die Landesgruppenmeisterschaft (für uns Bayern Süd) qualifizieren. Die Erstplazierten dieser Landesgruppenmeisterschaft starten dann für Bayern Süd bei der Bundessiegerprüfung in SchH3. Dort kann man den Titel „Deutscher Mannschaftssieger“ erkämpfen bzw. als bester Einzelstarter auch „Deutscher Meister“ werden. Die Bestplatzierten der Bundessiegerprüfung starten dann für
Deutschland bei der jährlich stattfindenden Weltmeisterschaft in SchH3. Für die Schutzhundeausbildung eignen sich nicht alle Hunde.

Abteilung A – Fährtenarbeit:

Bei der Fährtenarbeit muss der Hund, je nach Stufe, verschieden lange Fährten von 600-1500 Schritt absuchen. Auch die Liegezeit, die Winkelanzahl sowie die Menge der Gegenstände richtet sich nach der Prüfungsstufe. Diese Sparte der Ausbildung verlangt sehr viel Kondition und Ausdauer bei Hund und Hundeführer.

Abteilung B – Unterordnung:

In der Abteilung B muss der Hund viele verschiedene Aufgaben erfüllen. Leinenführigkeit, Freifolgen in verschiedenen Gangarten, Sitz- Platz- Steh aus Normal bzw. Laufschritt, Hereinrufen mit Vorsitzen, Apportieren auf ebener Erde sowie über die 1m-Hürde und die 1,80m hohe Schrägwand, Voraussenden und Ablegen unter Ablenkung. Je nach Prüfungsstufe richtet sich auch hierbei der Schwierigkeitsgrad. Voraussetzung für alle Stufen ist das freudige, dennoch exakte und schnelle Arbeiten des Hundes.

Abteilung C – Schutzdienst:

In der Abteilung C muss der Hund seine Wehrhaftigkeit und seinen Kampftrieb unter Beweis stellen. Er muss einen versteckten Helfer (Scheintäter) suchen, finden, verbellen, stellen, ihn an der Flucht hindern, ihn bewachen, abtransportieren, einen Überfall auf seinen Hundeführer verhindern und abwehren. Bei all diesen Situationen muss der Hund stets geführt und geleitet werden können, er muss absolut und zu 100% in der Hand des Hundeführers stehen, sonst kann keine Prüfung bestanden werden. Heutzutage wird ein gehorsamer, sauber arbeitender Hund verlangt.

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